Zdzislaw Beksinski war mit einiger Sicherheit Vorreiter und Vorbild für den Großteil der hier verlinkten osteuropäischen Künstler. Während ich bei jenen – vielleicht aus Unkenntnis und völlig zu Unrecht – eine gewisse Entspanntheit mit dem Gegenstand ihrer Kunst unterstelle, war es Beksiński bitter ernst:
“Ich male ständig den Tod, weil ich endlich aufhören will, an ihn zu denken. Es geht mir nicht darum, dass ich ihn zähme oder auch mich selbst an sein unvermeidbares Herannahen gewöhne. Vielmehr bemühe ich mich darum, den unaufhörlichen, obsessiv wiederkehrenden Gedanken an das herannahende Nichtsein zu unterdrücken.”
Zdzisław Beksiński laut Piotr Dmochowski
“In der Nacht vom 21. zum 22. Februar 2005 wurde der Künstler von zwei Jugendlichen aufgesucht. Es waren der 19-Jährige Sohn seines Angestellten und dessen 16-Jähriger Cousin. Sie wollten Geld borgen. Doch Beksinski weigerte sich und hatte vor, zuerst mit dem Vater des 19-Jährigen zu sprechen. Als er nach dem Telefon griff, zog Robert K. ein Messer heraus und stach 17-mal auf den Künstler ein. Zwei der Stiche waren tödlich. Danach schleiften die Mörder den Leichnam des 75-Jährigen auf den Balkon. Dort fanden ihn nach zwei Tagen die Verwandten. “Ein traumatisches Bild” erzählt einer von ihnen. Er erinnerte sich noch an Beksinskis Worte während des Umzugs. Der Künstler sagte damals, die ihn umgebenden Hochhäuser strahlten solche Kälte aus, dass, wenn jemand gestorben wäre, man ihn lediglich auf den Balkon stellen müsste – wie einen Tannenbaum.”
Quelle: mdr
So ist Beksiński zwar aus erscheckend profanen Gründen in das Nichtsein geschleudert worden, das er so sehr fürchtete, sein beindruckendes Werk allerdings, das uns unsere eigene Vergänglichkeit unmissverständlich vor Augen führt, lebt weiter und inspiriert eine ganz aktuelle Künstlergeneration – nicht nur in Polen.
Mehr Informationen zu und Bilder von Zdzisław Beksiński finden sich auf seiner eigenen Webpräsenz, in den Galerien von Piotr Dmochowski, auf den Seiten von Gnosis Art und im Morpheus Museum.