Spiegel Online berichtet über peinliche Werbeplakate in Konstanz, in denen der Bodensee mit Formaldehyd gefüllt dargestellt wird.
Ok, ein kleiner Lacher.
Dann aber dieser leicht hämische Absatz:
Von Chemikern wird das Wasser-Molekül dargestellt als ein Sauerstoff-Atom (Symbol O), das über zwei Striche mit zwei Wasserstoff-Atomen (Symbol H) verbunden ist. Die Striche bilden dabei einen Winkel von 45 Grad (siehe Fotostrecke). Ein einfaches Molekül, eine einfache Formel – und eine der ersten, die man im Chemie-Unterricht lernt.
Ja, das weiß doch jedes Kind. Die zitierte Fotostrecke belegt es dann noch mal eindrücklich mit folgender Abbildung:

- Die “richtigen” chemischen Formeln für Formaldehyd und Wasser
Mal abgesehen davon, dass mir das eher wie ein 60° Winkel aussieht, ist das natürlich Quatsch. Der Bindungswinkel im Wasser ist ein etwas gestauchter Tetraederwinkel:
Bei der in dem Artikel an den Tag gelegten leichten Überheblichkeit hätte ich empfohlen, den Sachbestand doch mal kurz bei Wikipedia nachzuschlagen. Oder, da es sich ja um Qualitätsjournalismus handelt, gerne auch in einem Fachbuch.
Update: SpOn hat inzwischen den Artikel editiert und ihre eigene Peinlichkeit korrigiert. Schade, dass das mit den Konstanz-Plakaten nicht so einfach geht.