Archiv für die Kategorie ‘Korinthe’

Arbeit und Lebensinhalt

25. August 2005

Es gibt da eine Meinungsströmung, die für mich bemerkbar seit etwas mehr als einem Jahr durch die Medien schwappt (wenn man genauer recherchiert, wird man bestimmt feststellen, dass es sie schon viel, viel länger gibt): 3sat, die Stuttgarter Zeitung und neuerdings widmet das Wirtschaftmagazin brandeins ihre komplette aktuelle Ausgabe diesem Thema: Arbeit, insbesondere Arbeit in Form von Vollbeschäftigung, ist ein Auslaufmodell.

»DER LOHN DER ANGST
Automation und Fortschritt, Wissensarbeit und Kapitalismus vernichten Arbeitsplätze. Und das ist gut so.
Es geht nämlich auch anders [...]«

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Preisbloggen

22. August 2005

Preisbloggen der anderen Art: Zwei Stunden Onlinezeit für 19 Schweizer Franken. Und diese zwei Stunden können offenbar nicht durch Offlinezeiten unterbrochen werden.

Dafür kann ich gänzlich umsonst auf den SwissCom-Seiten surfen oder auf der Homepage des Hotels, in dem ich mich befinde … was ich natürlich nicht mache, denn ich hab ja bezahlt.

Zweiklassenwahlrecht

13. August 2005

»Gleichzeitig denke ich ernsthaft darüber nach, für die Einführung eines Zweiklassenwahlrechts einzutreten. Oder wenigstens eine Art Test, den man machen muss, bevor man in die Wahlkabine gelassen wird. Nichts schwieriges, eher so fragen, wie “was ist 345 geteilt durch drei?” oder “wie heisst der Bundespräsident?” oder “was ist an dem Satz, ‘an den Satz hier tut was falsch dran sein’, falsch?”. Vermutlich würden sich unsere Parlamente ganz anders zusammensetzen.«

Ja, aber wieso denn bei zwei Klassen aufhören? Warum nicht die Anzahl der Stimmen nach IQ vergeben? Und wenn wir schon mal dabei sind, multiplizieren wir die abgegebenen Stimmen auch gleich mit dem IQ der Gewählten, um zur Ergebnisverteilung zu gelangen.

In einer zweiten Iteration des Gedankenspiels wird uns dann wahrscheinlich auffallen, dass der IQ nicht das alleinige Maß der Dinge sein kann, da damit reale Pendants zu – sagen wir mal – Hannibal Lecter doppelt so viel Stimmen hätten wie Du und ich zusammen. Aber irgend eine Messgröße, die soziale Kompetenz in gesunder Mischung mit Intelligenz beinhaltet, wird sich da schon finden lassen.

Und dann sind wir die leidige Demokratie endlich los, die uns so lange schon den Weg in eine rosige Zukunft vermasselt. Oligarchen aller Länder, vereinigt euch!

Kühlschrankgroße Kupferblöcke

09. Juli 2005

Irgendein Hansel hat den Begriff “kühlschrankgroß” zur Beschreibung der Dimensionen des Impactors, Star der jüngsten NASA-Mission, verwendet. Seitdem wurde der Begriff “kühlschrankgroßer Kupferblock” in Berichten über alle Medien hinweg nachgeplappert.

Auf den NASA-Seiten können wir nachlesen:

“Die freigesetzte kinetische Energie (E=½mv²) von 19 Gigajoule wurde durch die Kombination der Masse des Impactors (370 kg) und seiner Geschwindigkeit beim Aufprall (~10,2 km/s) erzeugt.”

Welche Relevanz hat da “kühlschrankgroß”?

Und selbst wenn man sich auf ein gebräuchliches Kühlschrankmaß von 85 x 55 x 60 cm einigte (und somit ein Volumen von V=0,2805m³ erhielte) und die Dichte von Kupfer mit 8920 kg/m³ ermittelt hätte, so überstiege die daraus resultierende Masse von 2502,06 kg unseres Kupferkühlschrankes um knapp das Siebenfache die genannte Masse des Impactors.